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Story: Drama am Marafluss

Faszination Ostafrika – darwinistisches Spektakel am Mara Fluss in Kenias weltberühmtem Naturschutzgebiet Massai Mara

Das 1.672 Quadratkilometer große Massai-Mara-Naturschutzgebiet gehört zu den tierreichsten Reservaten Kenias und steht damit auf einer Stufe mit dem bekannten Krüger Nationalpark in Südafrika. Hunderttausende Touristen besuchen jedes Jahr das ostafrikanische Land – viele von ihnen erhoffen sich hier, abseits ihres alltäglichen 9-to-5-Jobs fernab der Heimat, das große Abenteuer. Besonders die „Great Migration“, die große Wanderung der Gnus, Zebras, Gazellen und Antilopen von der tansanischen Serengeti nach ins angrenzende kenianische Massai Mara zählt zu den großen Touristenmagneten. 2006 wurde die Massai Mara für die einzigartige Migration unter die sieben alternativen Weltwunder gekürt.

Das alljährliche Naturschauspiel verliert auch für die vielen professionellen und semi-professionellen Fotografen, die Kenias Tierparadies besuchen, nichts an Faszination. Immer wieder erleben sie hier ihre ganz persönlichen Foto-Abenteuer.

So erging es auch Wildlifefotograf Ingo Gerlach, der seit über drei Jahrzehnten der faszinierenden ostafrikanischen Tierwelt erlegen ist. Regelmäßig reist er für eine mehrwöchige Foto-Safari nach Kenia. Im August 2015, zu Beginn der Great Migration am Mara Fluss, erlebte er das, wovon alle Tierfotografen träumen – einen einzigartigen Moment mit einzigartigen Motiven für außergewöhnliche Bilder.

Seit mehreren Stunden wartete Ingo Gerlach am Crossing-Point, einer Flussdurchquerungsstelle am Mara Fluss und beobachtete das tierische Treiben. Der Fluss hatte Niedrigwasser, was das Durchqueren für Zebras und andere Huftiere einfacher machte. Die Chancen auf ein paar interessante Fotomotive standen gut. Auf der Seite des Fotografen, die sog. Governorseite, benannt nach dem bekannten Governorscamp, wartete bereits eine größere Herde Zebras mit der Absicht, den Fluss zu queren. Auf der anderen Seite, der sog. Serenaseite, genannt nach der Serena-Lodge, nahmen immer wieder einzelne Zebras mit einem eselsähnlichen Schrei Kontakt zu ihren Artgenossen auf. An dieser Stelle des Mara Flusses wimmelt es nur so von Krokodilen. Schätzungsweise rund fünfzig von diesen Reptilien warteten im Fluss auf ihre Chance für eine Mahlzeit. Allerdings trauten sich die Zebras auf der Governorseite noch nicht, den Fluss zu durchqueren. Ein innerer Instinkt ließ sie warten. Nach einer weiteren Stunde Wartezeit, es war mittlerweile später Nachmittag, setzte sich die kleine Herde in Bewegung. Im schnellen Galopp ging es in den Fluss und mit weit aufgerissenen Augen und hochspritzender Gischt jagten die Zebras hindurch. Die meisten kamen ohne Probleme auf der anderen Seite an. Nur das eine oder andere Zebra fiel den hungrigen Krokodilen zum Opfer. Urplötzlich machte eine Zebramutter, die bereits mit ihrem Jungen die Serenaseite des Flusses erreicht hatte, auf dem Hufe kehrt und lief durch den schnellen Fluss zurück zum Ausgangspunkt. Warum konnte sich der Fotograf in diesem Moment nicht erklären, hielt aber seine Kamera am Anschlag, um sekundenschnell reagieren zu können. Was danach passierte, gehört für ihn zu den spannendsten Erlebnissen seiner Karriere als Wildlifefototgraf.

Die Zebramutter hatte schon fast das rettende Ufer erreicht – als sie plötzlich von einem Krokodil angegriffen wurde. Er verletzte sie am Vorderlauf. Wie paralysiert sprang das Zebra mit allen Vieren in die Luft. Das Blut spritzte aus der klaffenden Wunde. Mit letzter Kraft rettete es sich an das felsige Ufer und brach unter Schock zusammen, das Jungtier neben sich. Was der Fotograf Ingo Gerlach zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: In den Felsen oberhalb des zu Boden gegangenen Zebras hielt sich ein verletzter, männlicher Leopard auf. Dies war seine Chance, trotz seiner nicht unerheblichen Verletzungen an Hinterlauf und Hals, fette Beute zu machen. Sozusagen seine einzige Chance zu überleben. Denn ein derart verletzter Leopard ist nur sehr beschränkt jagdfähig und damit dem Tode geweiht. Wahrscheinlich hatte sich der Leopard bei einer erfolglosen Jagd derart schwer verletzt. Oder der Kampf mit einem Artgenossen hatte ihn geschwächt. Die Raubkatze fixierte das verletzte Zebra kurz und ging diesem sofort an den Hals, um es zu ersticken. Seitens des Zebras gab es keine Abwehrmaßnahme, was darauf schließen ließ, dass sich das Tier immer noch im Schockzustand befand. Teilnahmslos stand das Jungtier daneben und verzog sich nach einigen Minuten, um zu seiner Herde zu gelangen. Die ersten spektakulären Fotos hatte Ingo Gerlach damit bereits im Kasten.

Doch obwohl diese Szenen für den Fotografen trotz seiner Erfahrung bereits extrem außergewöhnlich waren – die Dramatik des Geschehens nahm noch an Steigerung zu. Denn auch das Krokodil, welches das Zebra so schwer verletzt hatte, wartete noch im Fluss und wollte sich seinen Anteil der Beute holen. Die glatten Felsen auf der Uferseite machten dieses Vorhaben jedoch unmöglich. So blieb es bei einigen vergeblichen Versuchen des Krokodils, dem Leopard die Beute streitig zu machen. Zwei weitere Krokodile warteten ebenfalls am Ufer auf ihre Chance. Nachdem der Leopard seinen Hunger gestillt hatte, löschte er seinen Durst im Fluss, ganz in der Nähe der Krokodile. Doch er wurde nicht angegriffen. Danach verzog er sich wieder in das Ufergebüsch. Die eintretende Dunkelheit ermöglichten Ingo Gerlach keine weiteren Fotos. Am nächsten Morgen war der Rest des erbeuteten Zebras verschwunden. Vermutlich haben Hyänen sich daran satt gefressen.

Der archaische Überlebenskampf zwischen Zebra, Leopard und Krokodil konnte bislang nicht auf diese Weise im Bild festgehalten werden. Und selbst der erfahrene Guide, der den Fotografen Ingo Gerlach auf seiner Tour begleitet hatte, freute sich mit ihm über diese spannenden Aufnahmen und sagte anerkennend: „This is a winning picture!“

Ingo Gerlach (Jahrgang 1953)

… fotografiert seit über 30 Jahren Tiere und Natur mit unverminderter Begeisterung. Seine Bilder haben zahlreiche Preise gewonnen. Weltweit veröffentlicht er seine Arbeiten in Büchern, Magazinen, Tageszeitungen, Kalendern, Postern und in der Werbung. Seitdem er 1981 das erste Mal in Kenia und in der Massai Mara war, hat der Fotograf das Afrikavirus in sich. In unregelmäßigen Abständen zieht es ihn immer wieder in diesen Winkel der Erde. www.ingogerlach.de


English Version:


Drama at Mara-River in East Africa

Fascination East Africa – Darwinian Spectacle at the Mara River in Kenya's world famous Nature Reserve, Massai Mara

The Massai-Mara-Nature-Reservation, with an area of 1,672 square kilometre, belongs to the richest in terms of animal life of all reservations in Kenya, and thus stands on a level with the famous Krüger National Park in South Africa. Hundreds of thousands of tourists visit the land in the east of Africa – many of them hope that here, far away from home and their monotonous 9 to 5 jobs, they can find great adventure. In particular, the "great migration", the massive migration of gnus, zebras, gazelles and antelopes from the Tanzanian Serengeti to the bordering Kenyan Massai Mara, belongs to the biggest tourist magnets. In 2006, the Massai Mara was elected for its unique Migration to the seven alternative wonders of the world. The annual nature spectacle never loses its fascination, also for the many professional and semi-professional photographers who visit Kenya's animal paradise. They experience again and again their own personal photo-adventure. In this way the wildlife photographer, Ingo Gerlach, has become addicted over a period of more than 30 years to the fascinating east African animal world. He travels regularly on photo safaris to Kenya for periods of a few weeks. In August, 2015, at the beginning of the Great Migration at the Mara River, he experienced the dream of all animal photographers – a unique moment with unique motives for extraordinary pictures. Ingo Gerlach waited for several hours at Crossing-Point, a point used to pass across the Mara River and observed the animal activity. The river had low water, which made the crossing easier for zebras and other hoofed animals. The chances for a few interesting photo motives were good. At the side where the photographers stood, the so-called Governor's side, named after the famous "Governor's camp", a large herd of zebras were already waiting, planning to cross the river. On the other side, the so-called Serenaside, named after the "Serena Lodge", single zebras made contact again and again with donkey-like cries to their fellow zebras. On this point of the Mara River it was literally swarming with crocodiles. At a guess, approxi-mately 50 of there reptiles were waiting in the river for a chance of a meal. Nevertheless, the zebras on the Governor's side didn't yet dare to cross the river. An inner instinct made them wait. After a further hour's wait, it was meanwhile late afternoon, the small herd began to move. They went into the river at a fast gallop with wide open eyes and water spraying up high chased the zebras their way through. Most of them arrived with no problems at the other side. Only the one or the other zebra fell victim to the hungry crocodiles. All of a sudden, a mother zebra which had already reached the Serenaside of the river turned heel and ran through the fast-moving river back to the starting point. The photographer couldn't explain at this moment why, but he held his camera prepared so that he would be ready to react at any second. What then happened belongs to the most exciting experiences of his career as a wildlife photographer. With its last strength, the mother zebra rescued herself on to the rocky riverbank and collapsed under shock, the foal next to her. What the photographer, Ingo Gerlach, didn't know at this time was that in the rocks above the fallen zebra was an injured, male leopard. This was its chance, inspite of significant injuries to ist back leg and neck, to make a good catch. One could say its only chance to survive. A leopard with such injuries is very restricted in its hunting capabilities and is therefore under death sentence. The leopard was most likely so severely injured during an unsuccessful hunt. Or a fight with another leopard had weakened him. The wild cat focussed briefly on the injured zebra and instantly attacked its neck in order to suff ocate it. There were no defence attempts from the zebra which indicated that the animal was still in a state of shock. The young zebra stood apathetically beside its mother and after a few minutes it left in order to join its herd. By this time the first spectacular photos were already in the box. But although these scenes were already extremely unusual for the photographer, inspite of his experience, the drama of what was happening escalated even more. The crocodile which had injured the zebra so severely was still waiting in the river and wanted to grab his share of the catch. However, the slippery rocks at the river's edge made this plan impossible. So it ended with a few impossible attempts by the crocodile to fi ght the leopard for the catch. Two further crocodiles were also waiting for their chance at the river bank. After the leopard had stilled his hunger, he quenched his thirst in the river, very near to the crocodile. However, he wasn't attacked. After this he moved again back into the bushes at the riverbank. Ingo Gerlach was not able to take any further photos due to the darkness setting in. Next morning the remains of the captured zebra had disappeared. Hyenas probably came and ate their fill. The archaic fight for survival between zebra, leopard and crocodile could not until now be captured on film. Even the experienced guide who had accompanied the photographer, Ingo Gerlach, on his tour, was pleased along with him about these exciting photographs and said with respect, "This is a winning picture

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