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Blickwinkel

Mein Blickwinkel im Dezember 2018:  Weihnachten steht vor der Tür !

Völlig überraschend steht auch dieses Jahr wieder Weihnachten kurz vor der Tür. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir fallen an den langen Abenden im Advent immer wieder alte Geschichten aus der Jugend ein. So zum Beispiel diese:

Immer eine Woche vor Weihnachten mussten wir in der Dorfschule in Pfaffenberg, die ich 4 Jahre besuchte, ein Krippenspiel oder eine Weihnachtsgeschichte für unsere Eltern aufführen. Schon gefühlt ab September wurde dafür unter der Leitung unseres Dorflehrers Otto Winzer geprobt. Die schwierigste Aufgabe für ihn war dabei immer zu Beginn die Besetzung der verschiedenen Rollen.

Hirten wollten eigentlich alle Jungs gerne sein. Man durfte alte Klamotten anziehen und mit den Hirtenstöcken auch mal kräftig den Engeln eine mitgeben. Und ein rechter Hirte hatte auch immer ein Flasche Most dabei. Vor allem aber brauchte man fast keinen Text lernen. Begrüßungsworte wie „I bi Hirt Sepp vo Bern un bin gfolgt einem bsundere Stern“  oder „I bin Hirt Hans vom Hof und bring eu mit ä jungs Schof“  konnten auch die weniger begabten Theaterspieler unter uns Dorfkindern noch auswendig lernen.

Schwieriger war es bei den Heiligen Dreikönigen, von denen leider ich einer sein sollte. Insbesondere die Rolle des Schwarzen, ich glaube es war der Caspar, wollte keiner spielen, denn der Caspar musste sein Gesicht mit Kohle schwärzen und dreimal so viel auswendig lernen wie der Melchior und der Balthasar. Meine gleichaltrigen Freunde Thomi und Koni weigerten sich standhaft, als Caspar aufzutreten, da sie nach ihrer Meinung diesem Heiligen gar nicht ähnlich sehen würden. So entschied Otti Winzer kurzfristig, dass ich den Caspar abgeben sollte, wäre er doch der Heiligste von Allen und komme aus Afrika, dem Erdteil, der mich im Erdkundeunterricht immer sehr interessiert hätte. Also begann ich diese zwei Seiten Dialog auswendig zu lernen und kurz vor Weihnachten war es dann mehr oder weniger in meinem Kopf drin, was der Caspar an Grüßen aus dem Morgenland überbringen sollte.

Dann der große Auftritt am Samstagabend vor der versammelten Dorfbevölkerung. Maria und Josef trugen in bestem Alemannisch die Geschichte vor, wieso sie als gestandene Handwerksfamilie in dieser Gemeinschaftsunterkunft in Bethlehem gelandet waren. Und die Hirten hatten ihre Sprüche alle drauf und auch nicht, wie in der Generalprobe am Tage zuvor, die Geschenke vergessen.

Und dann die Ankunft der Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland mit der langen Rede des Caspar. Doch leider hatte der schwarze Caspar an diesem Abend nahezu den gesamten erlernten Text vergessen, er hatte halt einfach einen „Blackout“. So gestaltete sich der Auftritt der Drei Könige zwar recht eindrucksvoll, aber doch sehr kurz. Und zu allem Übel hatten nette Kollegen in die Kohlepaste, die der Caspar zum Schwärzen seines Gesichtes benötigte, noch etwas Schuhcreme beigemischt, damit der doch auch wirklich wie ein echter schwarzer Heiliger aussehen sollte. So war der Pfaffenberger Caspar dann zwar kohlrabenschwarz im Gesicht, musste jedoch seine Myrrhe ohne große Worte dem Jesuslein in die Krippe legen – und hatte hinterher noch ca. eine Woche ein schwarzes Gesicht von der der Schuhwichse seiner Freunde.

Das damalige Versagen des Caspars hat dieser heute einigermaßen verdaut, denn gemäß Johann Wolfgang von Goethe ist „Geschichten zu schreiben eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen“. Nun denn – 2018 ist dies hiermit geschehen.

Ich wünsch Euch frohe Weihnachten und für 2019 viel Glück und beste Gesundheit.  Und - an alle, die mir für 2018 die besten Wünsche gesendet haben: Es hat nicht sehr viel gebracht! Schickt mir für 2019 entweder Geld, Alkohol oder Tankgutscheine! Danke. 

Euer Georg


Mein Blickwinkel im Februar 2018

Verrückte Zeiten, möchte man meinen. Und das nicht nur wegen der Fastnachtszeit. Nein, was sich derzeit in der Politik abspielt, ist schon auch ein Narrenschauspiel. Will uns in Deutschland denn wirklich keiner regieren? Da sondieren 4 Jamaikaner wochenlang über ungelegte Eier und Posten. Und dann meint ein egoistischer Jung-Narziss, dass Kompromisse einzugehen, unter seiner Würde wäre und geht einfach nach Hause.

Nochmals wochenlange Sondierungen, Sondierungsabstimmungen auf Parteitagen und dann schwierige Koalitionsverhandlungen mit abschliessendem Postengeschachere. Wer jetzt meint, die neue Regierung steht, der irrt. Nochmals 4 Wochen Mitgliederbefragung bei den „Einen“, Grabenkämpfe und Schimpfe für die „Oberen“ bei den „Anderen“. Bei den „Einen“ sind selbstverliebte Jungmitglieder aus Prinzip gegen Alles – und nehmen in Kauf bei Neuwahlen irgendwo bei 12 % zu landen. Bei den „Anderen“ wird „Mutti“ so lange von arroganten „Besserwissern“ angepisst, bis „Mutti“ irgendwann mal sagt: „Jetzt reicht es, ich zieh aus!“ Nur wer kocht dann für die Kinder und versucht die schmutzige Wäsche der Pubertierenden wieder auszuwaschen?

Einfach verrückte Zeiten – da lohnt es, sich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu konzentrieren. Zum Beispiel: schön gemeinsam Fastnacht zu feiern oder bei erholsamen Spaziergängen die letzten Rückzugsgefechte des Winters zu genießen.  Und: selbstverständlich den Fotoapparat dabei zu haben, um einmalige Naturerlebnisse für liebe Freunde mit nach Hause zu bringen.

Kommt gut über den Winter und freut euch auf den Frühling.

Georg


Mein Blickwinkel im Dezember 2017:

Die Adventszeit ist immer auch Zeit zurückzublicken auf Kindheitserinnerungen in der Vor-Weihnachtszeit. Gerne erinnere ich mich z.B. zurück an die Ankunft des Nikolauses. Begleitet von seinem dunklen Kollegen, dem Knecht Ruprecht, war der Besuch dieser „Gesellen“ für uns Kinder immer mit einer zwiespältigen Erwartungshaltung verbunden: Zum einen durfte man sich auf süße Leckereien freuen, die zur damaligen Zeit eher selten verfügbar waren. Zum anderen fürchtete man sich vor der Rute des Knecht Ruprechts, mit der er die weniger schönen Taten des Jahres zu bestrafen wusste. Um dem angedeuteten Rutengefuchtel des „Schwarzen“ aus dem Weg zu gehen, half oftmals nur die Flucht unter den Kachelofen. Und erst wenn aus dem Goldenen Buch des Nikolaus auch gar manche gute Tat vorgelesen wurde und die Belohnung in Form eines kleinen Säckchens in Aussicht stand, ließ man sich dazu bewegen, das Versteck unter dem Ofen wieder zu verlassen.

Schöne Erlebnisse, an die man gerne zurückdenkt. Und heute: Mit süßen Leckereinen lockt man kaum noch kleine Kinder hinter dem Ofen hervor. Und selbst nur symbolisch angedrohte Bestrafungen mit einer Rute dürften heute fast schon als Misshandlungen von Kindern gewertet werden. Andere Zeiten – andere Bewertungen – andere Verhalten. Deshalb wie so oft im Leben haben auch Erinnerungen ihre zwei Seiten:

„Manchmal kann man die Vergangenheit mit den Sinnen festhalten: Die eine riecht nach wohltuender Erinnerung, die andere stinkt zum Himmel.“                                                                                                                 Ernst R. Hauschka

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und alles Gute für das Neue Jahr.

Georg


Mein "Blickwinkel" im September 2017:

Der Herbst ist eigentlich eine schöne Zeit: die Natur kommt zur Ruhe, die Früchte eines guten Frühjahrs und Sommers können geerntet werden, die Vielfalt der Farben in Wald und Feld lockt zu Spaziergängen und Wanderungen - natürlich immer mit dem Foto dabei. Erstaunlich jedoch, dass der Herbst bei vielen Menschen offensichtlich auch Ängste auslöst: die meisten Börsencrashs ereigneten sich bisher im Herbst, Regierungen wechseln oft unter lautem Getöse und - wie gerade in diesem Jahr - versuchen narzisstische Führer von Washington über Istanbul bis Pjöngjang mit ihren Machtspielen die Menschen zu verunsichern und zu brüskieren. Da hilft oft nur die Ruhe bewahren und zu hoffen, dass sich mit dem abzeichnenden Winterbeginn die Gemüter wieder etwas abkühlen. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen "goldenen Herbst" mit vielen schönen Bildern der farbenprächtigen Natur.

Georg